Ein Nachlass für alle


Mehrere Jahre lang zog Rita Poe mit ihrem Pickup und ihrem glänzenden Airstream-Wohnwagen durch den Westen der USA. Tausende Fotos musste sie gemacht haben; Tiere, Pflanzen, Landschaften und sie musste tausenden Menschen begegnet sein in diesen Gebieten, die das ganze Jahr über Besucher aus aller Welt anziehen. Aber einen Zugang zu ihr hat wohl niemand von diesen Menschen gefunden und Rita Poe hat wohl auch nie Bedarf daran gehabt, dass es jemand versucht.

Als Rita Ende 2015 verstarb - ihr Pickup parkte gerade in der Nähe des Olympic Nationalparks - da fiel die Aufgabe, ihr Erbe zu verwalten an Nancy Zingheim, Campingplatz-Verwalterin in Washington, die sie flüchtig kannte und ihr irgendwann versprochen hatte, sich um den Nachlass zu kümmern, wenn es mal so weit wäre.

Nancy dürfte nicht schlechte gestaunt haben, als ihr klar wurde, womit sie es da zu tun hatte. Rund 800.000 Dollar galt es da zu verteilen und Rita hatte eine Liste gemacht mit den Empfängern. Auf der Liste: Zwölf Naturschutzgebiete und State Parks, die ihr Freude gemacht hatten.

Für die unfreiwillige Nachlassverwalterin begann so eine Reise durch Vergangenheit und Zukunft. Sie wollte mehr über Rita erfahren, die sie nur als Kundin auf dem Campingplatz gekannt hatte. Und sie wollte sicherstellen, dass die zwölf Einrichtungen den Nachlass so einsetzen würden, wie Rita es gewollt hätte. Sie besuchte alle zwölf Orte, sprach mit Managern und Besuchern und legte schließlich die Projekte fest, die Rita Poes Nachlass finanzieren wird, von Texas bis Washington.

An all den Orten, die Nancy auf ihrer Reise besuchte, konnte sich niemand an Rita Poe erinnern, aber sie hatte diese Orte wohl immer im Herzen getragen.


Die Story im Original auf dem Blog des US Fish and Wildlife Service  

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